Das Auge

Der Augapfel

Der Augapfel (Bulbus oculi) ist in die Augenhöhle (Orbita) eingebetet und wird von den Augenlidern bedeckt. Um Lichtreize in Nervenimpulse umsetzten und an das Gehirn weiterleiten zu können, muss der einfallende Lichtstrahl mehrere verschiedene Strukturen des Auges durchdringen. Die Bewegungen des Augapfels in verschiedene Richtungen werden von sechs Augenmuskeln auf jeder Seite ermöglicht.

A. Die Cornea (Hornhaut)

Die Hornhaut ist der Teil des Auges, der mit der Atmosphäre in Kontakt ist, und auf welchen die Kontaktlinse gesetzt wird. AugeIhre sphärische Form verebnet sich an den Rändern. Die Form der Hornhaut ist ein wichtiger Faktor für die Wahl der Geometrie der Kontaktlinse (Durchmesser, Radius). Man kann sie mit der Aussenfläche des Objektives eines Fotoapparates vergleichen.

B. Die Retina (Netzhaut)

Die Netzhaut besteht aus einer Menge von Empfängern im Augenhintergrund, welche ein Bild in vom Gehirn verwertbare Signale verwandelt. Man kann sie mit dem empfindlichen Film eines Fotoapparates vergleichen.

C. Die Augenlinse, Akkommodationsfähigkeit

Die Augenlinse ist eine natürliche interne Linse im Auge, wie eine Kontaktlinse, die im Inneren des Auges liegt. Die Augenlinse erlaubt, die Lichtstrahlen auf die Netzhaut (Empfänger im Augenhintergrund) zu fokussieren (zusammenzuführen). Zudem hat die Augenlinse den Vorteil, sich bei Betätigen des Muskels mehr oder weniger zu wölben. Dies ergibt einen „Lupen-Effekt“ fürs Lesen. Leider nimmt die Akkommodationsfähigkeit der Augenlinse mit dem Alter ab. Ab 40 – 45 Jahren wird das Nahlesen schwierig, ja unmöglich. Dieses Phänomen nennt man eine Presbiopie. Man kann es mit der Schärfeeinstellung des Objektives eines Fotoapparates vergleichen.

Lederhaut, Sklera

Die weiße Lederhaut sorgt für die Stabilität des Augapfels. Sie besteht aus Kollagen und elastischen Fasern.

Glaskörper

2/3 des Augapfels füllt der Glaskörper aus und ist mit seiner gelartigen Konsistenz zumindest mitverantwortlich für den Erhalt der Form und Schutz bei Verletzungen des Augapfels. Da der Glaskörper zu 98,5% aus Wasser besteht, ist normalerweise transparent und ermöglicht dadurch eine gute optische Abbildung. Im Alter kann sich die gleichmäßige Struktur des Glaskörpers verändern. Dann kommt es zu unregelmäßigen Verdichtungen, die der Mensch als flusenartige Gebilde oder „fliegende Mücken“ wahrnimmt.

Die Iris

(Regenbogenhaut) bildet eine Blende vor der Augenlinse. Sie besteht aus Bindegewebsbalken, die mit Pigmenten gefärbt sind, und die Augenfarbe bestimmen. Bei geringer Konzentration an Pigmenten auf der Iris haben die Augen einen grünen oder blauen Schimmer. Eine hohe Konzentration lässt die Augenfarbe braun erscheinen.

Die Pupille

Das Loch in der Mitte der Iris wird Pupille genannt und reguliert den Lichteinfall im Auge. Zwei in der Iris liegenden Muskeln umgeben die Pupille. Diese, je nach Konzentration des einfallenden Lichtes, verkleinern (Musculus sphinkter pupillae) oder vergrößern (Muskulus dilatator pupillae) die Pupille.

Die Netzhaut, Rezeptoren, gelber Fleck

In der Netzhaut (der Retina) liegen die Photorezeptoren unmittelbar vor dem Pigmentepithel. Zwei Rezeptortypen finden sich in der Netzhaut: etwa 120 Millionen Stäbchen und 6 Millionen Zapfen. In hellem Licht liegen die Zapfen vor den Pigmentzellen zum Licht hin, und die Stäbchen sind im Pigment verborgen. Bei Dämmerlicht verhält es sich umgekehrt. Sie geben ihre Erregung über Bipolarzellen an die Ganglienzellen weiter. Die Axone der Ganglienzellen bilden den Sehnerv. Wo er das Auge verlässt, ist die Netzhaut unterbrochen. Dieser Bereich wird als blinder Fleck bezeichnet. Wenn wir tagsüber ein Objekt genau betrachten wollen, drehen wir Kopf und Augen so, dass das Bild auf den gelben Fleck der Netzhaut fällt. Im Bereich des gelben Flecks stehen ausschließlich Zapfen. Im Bereich außerhalb des gelben Flecks stehen Stäbchen zwischen den Zapfen, an der Peripherie der Netzhaut sind es ausschließlich Stäbchen.

Tränenapparat

Die Tränen werden hauptsächlich durch die unter dem Oberlid gelegene Tränendrüse produziert. Ungefähr 1% der Tränenproduktion entfällt auf zusätzliche Tränendrüsen. Über zahlreiche Ausführungsgänge gibt die Tränendrüse ihr wässriges Sekret ab. Durch die Wischbewegung der Lider werden die Tränen auf dem Augapfel verteilt. Die Tränen sammeln sich im nasalen Lidwinkel. Sie werden über die Tränenpünktchen (Puncti lacrimales) aufgenommen und durch die Tränenröhrchen (Canaliculi lacrimali) nach Vereinigung zu einem gemeinsamen Kanal (Canalis communis) in den Tränensack geleitet. Am unteren Ende besitzt der Tränensack einen Tränennasengang (Ductus nasolacrimalis), der in der Nasenhöhle endet. Der Mensch bildet täglich etwa 2-4 ml Tränenflüssigkeit. Die Tränensekretion nimmt im Alter stark ab.

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©mednachhilfe Teil 2 unter Das Sehen